Übungsleiterin Monika Bertaggia

Name: Monika Bertaggia
Baujahr: 1974
Beruf: Krankenschwester
Im JJSD: 1989
Tätigkeit: Projekte Kinder SB, Projekt Frauen SV

Graduierungen

7. Dan Shaolin Kempo

1. Dan Dju Su

1. Dan Kick Boxen

Sempai Gohshinkan Ryu

Werdegang

„Ein guter Lehrer bleibt ein Schüler bis an das Ende seiner Tage“

(chinesisches Sprichwort)

Mein Weg in das JJSD und damit zum Kampfsport begann vor fast 23 Jahren.  Nicht, dass ich mich damals für Kampfsport im Allgemeinen oder Kampfkünste im Besonderen interessiert hätte. Es ging vielmehr darum meinen damaligen Schulalltag zu bestehen. Einer meiner Mitschüler hatte in mir ein perfektes Opfer gefunden. Wenn sich unsere Wege in der Schule kreuzten, waren verbale aber auch körperliche Übergriffe an der Tagesordnung. Schon zu dieser Zeit bot das JJSD Selbstverteidigungskurse für Mädchen und Frauen an. Meine Eltern sahen das als eine Chance, mich für den Schulalltag zu stärken, da ich alle Gespräche mit Lehrern aus der Angst heraus ablehnte, dass die Situation für mich gewalttätiger würde. Ich nahm also an einem solchen Kurs teil, mit dem Erfolg, dass ich binnen kürzester Zeit bereit war, mich zu Wehr zu setzen (egal mit welchen Folgen, aber nicht kampflos). Allein diese Einstellung genügte um plötzlich kein Opfer mehr zu sein.

Im Nachhinein gesehen, bin ich diesem ehemaligen Mitschüler dankbar. Wäre er nicht gewesen, hätte ich heute vermutlich nicht das Privileg von Großmeistern wie Reiner Czerajewski, Peter Lange, Uwe Hasenbein, Giuseppe Gramegna u.a. unterrichtet worden zu sein und noch werde. Heute darf ich Frauen unterrichten, die mir ihre Zeit schenken und denen ich versuche mehr Selbstbewusstsein zu vermitteln.

Kampfkunst ist mittlerweile für mich Qualitätszeit, in der ich mal wieder ins Gleichgewicht komme und meine Art Dinge anzugehen überdenken muss. Mein Gohshinkan Meister Soke Shihan Uwe Hasenbein pflegt zu sagen „Jeder Angriff ist ein Geschenk“… . Allein Konfliktsituationen so anzugehen ist für mich eine enorme Aufgabe an der ich im Alltag oft scheitere; aber die Male in denen ich es schaffe „das Geschenk“ anzunehmen und Kräfte umzuleiten fühlen sich großartig an. Kampfkunst ist ungeachtet des Alters eine Chance zu lernen und zu wachsen. Ich danke meinen Meistern, die mich auf diesem Weg begleiten und meinen Schülerinnen und Schülern, die mich durch Fragen, Anregungen und ihrer Persönlichkeit dazu bringen meine Einstellung, Techniken und meinen Stil zu überdenken.